Wohngruppen

Das Angebot richtet sich an Jugendliche ab 13 Jahren, die in psychischen Entwicklungsphasen leben und/oder zuvor in einer stationären psychiatrischen Behandlung waren.  Ziel ist es, die Jugendlichen bei der schulischen, beruflichen und sozialen Reintegration zu unterstützen. Dabei stehen Verselbstständigung und die Entwicklung eines eigenen Lebensentwurfs im Vordergrund.

In zwei gemischtgesachlechtlichen Wohngruppen im Haus Kölbingen leben bis zu 18 Jugendliche und junge Erwachsene in Einzelzimmern. Bei der Ausgestaltung der eigenen Räume erhalten die Bewohnerinnen und Bewohner einen größtmöglichen Entscheidungsspielraum. Gemeinsam mit dem Betreuungsteam gestalten sie ihren Tagesablauf und die Freizeitaktivitäten. Die Jugendlichen versorgen sich innerhalb ihrer Wohngruppen selbstständig und sind für das Kochen, Waschen, die Zimmerreinigung und weitere Aufgaben zuständig.

Zum Haus gehört auch ein Verselbstständigungsbereich mit zwei Appartements, in dem die Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbstständig haushalten und wirtschaften können.

Die zwei Wohngruppen im Haus Herschbach bewohnen derzeit bis zu 14 männliche Jugendliche und junge Erwachsene, meist unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

In unserem Haus in Flammersfeld bieten wir zum einen 16 Wohnplätze für Jugendliche und junge Erwachsene an, zum anderen gibt es 6 Plätze im hausinternen Verselbständigungswohnen.

Bezugsbetreuung

Die Jugendlichen erhalten in ihrer Wohngruppe eine Bezugsbetreuerin und einen Bezugsbetreuer. Sie stehen in einem engen Kontakt mit den Jugendlichen und sind die Hauptansprechpartner für Eltern, das Jugendamt und andere Institutionen.

Betreuungsangebot

Die Mitarbeitenden des Haus für Jugend- und Familienhilfe (HaJuFa) erstellen gemeinsam mit den jungen Menschen ein Hilfeprofil, in dem Ziele vereinbart werden. Dazu gehört es such einen individuellen Plan für die eigene (berufliche) Lebensperspektive zu formulieren und die Verselbstständigung durch ein zum großen Teil vom HaJuFa-Team entwickelten Stufenmodell zu fördern.

Die Mitarbeitenden begleiten die Jugendlichen in enger Absprache mit den jeweiligen Fachleuten bei medizinischen, psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlungen. Sie betreuen die jungen Menschen in allen Lebenslagen, bei der Berufswahl und in Konfliktsituationen. Das Team hält dabei immer engen Kontakt zu Eltern, Schule, Jugendgerichtshilfe, Ärzten und dem Jugendamt.

Stufenmodell

Das Stufenmodell wurde entwickelt, um die Entwicklungsschritte der Jugendlichen aus den Wohngruppen sichtbarer zu machen. Um es zu vereinfachen, wurden für die vier Phasen die Farben rot, orange, blau und grün bestimmt.

Alle Jugendlichen durchlaufen während ihres HaJuFa-Aufenthalts aufeinander aufbauende Phasen.  Die Geschwindigkeit der Phasen bestimmen die Jugendlichen selbst, wobei das Betreuungsteam auf die individuellen Bedürfnisse und die Entwicklung jedes Einzelnen achtet.

Je nach Phase (Entwicklungszustand) erhalten die Jugendlichen mehr oder weniger Anleitung, Hilfestellung oder Kontrolle durch das Betreuerteam. Die jungen Menschen bekommen während der gesamten Zeit die Gelegenheit ihre eigenen Ressourcen besser zu nutzen und dadurch langfristig ein selbstbestimmtes Leben zu gestalten.

In Gesprächen erarbeiten die jungen Erwachsenen gemeinsam mit den Betreuenden individuelle Ziele, die zu Zielvereinbarungen formuliert werden. Dabei geht es um folgende Fragestellungen: „Was kann ich erreichen?“, „Was habe ich bereits erreicht?“ und „Welche weiteren Schritte werde ich tun bzw. unterlassen“  So erhalten die jungen Menschen Rahmenbedingungen, in den sie sich sicher und verbindlich bewegen können.  Das hat zudem zur Folge, dass die gemeinsame Arbeit für alle Beteiligten transparenter wird – für Eltern, das Jugendamt, die Mitarbeitenden, Schulen und weitere in den Betreuungsverlauf eingebundenen Institutionen.

Dem Betreuungsteam gibt das „Stufenmodell“ Orientierung, um objektive Rahmenbedingungen zu erfassen. Die Dokumentation von Aufnahmeverträgen, Reflexions- und Zielformulierungsgesprächen trägt dazu bei, entwicklungsfördernde Bedingungen besser zu erkennen und zu nutzen

Kriterien für die Einstufung:

Gesundheit 

Hygiene

Sozialverhalten

Schule/Ausbildung

Freizeit

Umgang mit Geld

Hauswirtschaft

Essen/Ernährung

Die Gewichtung der Kriterien ist unterschiedlich.



Kriterien für Höherstufung und Rückstufung (immer Teamentscheidung)

Wechsel von Eingewöhnung/Rot in Orange:

⇒ sichtbare, kleine Schritte in irgendeinem Bereich


Wechsel von Orange in Blau:

⇒ wichtigste Kriterien sind
1.    Gesundheit
2.    Sozialverhalten
3.    Schule / Ausbildung


Wechsel von Blau in Grün:

⇒ 1. – 3. muss bereits funktionieren
4.    Umgang mit Geld
5.    Freizeit

Standards:

1. Vor jedem Wechsel findet ein ausführliches Reflexionsgespräch mit  der Bezugsbetreuerin oder dem Bezugsbetreuer statt. Darin werden der Ist-Stand beschrieben und Ziele für die nächste Phase formuliert.

2. Bei Höherstufung erhalten die Jugendlichen im Wohngruppen-Team eine Rückmeldung von den jeweiligen Mitarbeitenden.

3. Die Wohngruppen entwickeln eigene Rituale, um eine Höherstufung von Jugendlichen „angemessen zu feiern“, z. B. in im Rahmen der Jugendkonferenz  mit einem gemeinsamen Essen, Geschenk (blaues T-Shirt, WG-Tasse, Jute-Tasche etc.)

Kontakt

Teamleitung Wohnen / Standortleitung Flammersfeld

Michael Skotzke
(0 26 63) 9 16 483-12

(0 26 85) 9 86 393-22
m.skotzke(at)hajufa.drk.de                                                                                                               

 

Haus Kölbingen WG 1

Elke Gierenstein, Gruppenleiterin
(0 26 63) 9 16 483-12
e.gierenstein(at)hajufa.drk.de

Haus Kölbingen WG 2

Laura Eidt, Gruppenleiterin
(0 26 63) 9 16 483-16
l.eidt(at)hajufa.drk.de

Haus Herschbach WG 1

Ralf Weyand, Gruppenleiter
(0 64 35) 9 08 978-1
ra.weyand(at)hajufa.drk.de

Haus Herschbach WG 2

Manuel Höhn, Gruppenleiter
(0 64 35) 9 08 978-2
m.hoehn(at)hajufa.drk.de

Haus Flammersfeld WG 1

Andre Winkemann, Gruppenleiter
(0 26 85) 9 86 393-21
a.winkemann(at)hajufa.drk.de

Haus Flammersfeld WG 2

Alexander Giehl, Gruppenleiter
(0 26 85) 9 86 393-22
a.giehl(at)hajufa.drk.de